Was ist die optimale Hundeernährung?

Zuletzt aktualisiert am 14. April 2024

Die Frage, was eine optimale Hundeernährung ist, beschäftigt viele Hundehalter. In einer Zeit, in der das Bewusstsein für gesunde Ernährung sowohl für Menschen als auch für Haustiere steigt, wächst auch das Interesse an natürlichen und ausgewogenen Fütterungsmethoden für Hunde.

Lange Zeit galt Fertigfutter als die beste sowie auch bequemste und einfachste Lösung. Schließlich hat sich die Futtermittelindustrie in den 50er Jahren große Mühe gegeben, die Annahme fest zu etablieren, ein Hund brauche ausschließlich Fertigfutter, um gesund ernährt zu sein. In jüngster Zeit werden die Inhaltsstoffe und Herstellungsprozesse jedoch von immer mehr Hundehaltern kritisch hinterfragt.

Optimale Hundeernährung für den Sofa-Wolf.

Der Stellenwert des Hundes hat sich im Laufe der Zeit verändert. Er wird zunehmend als Familienmitglied betrachtet, was dazu führt, dass Hundehalter mehr Wert auf das Wohlergehen, Gesundheit und somit auch eine optimale Ernährung ihres Haustieres legen. Dieser Faktor wird auch in die Hundefuttervermarktung einbezogen. Das Futter wird nicht für den Hund gemacht und vor allem beworben, sondern für den Mensch. Entsprechend kann man auch erkennen, dass “Trends” in der menschlichen Ernährung sich auch auf dem Hundefuttermarkt widerspiegeln.

Eine gesunde Hundeernährung zielt darauf ab, die Bedürfnisse des Hundes ganzheitlich zu erfüllen. Sie besteht nicht nur aus der bloßen Sättigung, sondern aus einer ausgewogenen Mischung von Nährstoffen, die die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes fördern. Doch wie geht das?

Gibt es eine optimale Hundeernährung?

Der Barf-Trend

Barf soll nach der Meinung einiger eine optimale Hundeernährung sein. Und tatsächlich: Wer sich mit der Ernährung von Hunden intensiv beschäftigt, kommt an dem Begriff BARF heute nicht mehr vorbei.

Das ist nicht zuletzt auch der Futtermittelindustrie zu verdanken. Diese hat nämlich erkannt, dass sich ein Markt auftut, welchen man profitabel bedienen kann. Hinzu kam natürlich lange Zeit der Überfluss an tierischen Nebenprodukten, die bei der sehr fleischlastigen menschlichen Ernährung übrigblieben, weil keiner sie mehr essen wollte.

Viel Fleisch als optimale Hundeernährung?

Barf funktioniert also vor allem deshalb, weil wir Menschen in den letzten Jahrzehnten einen maßlos hohen Fleischkonsum hatten. Das ändert sich jedoch aktuell und immer mehr Menschen orientieren sich hin zu einer vorwiegend vegetarischen Ernährungsform. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat erst kürzlich ihre Empfehlungen zum Verzehr von Fleisch angepasst.

Ein hoher Fleischkonsum ist auch bei Hunden nicht unumstritten. Viel Fleisch im Hundenapf kann sich negativ auf die Leber und die Nieren sowie sogar auf die Darmflora auswirken.

Auch wenn Barf für viele Hunde funktioniert, ist es wohl dennoch nicht DIE optimale Hundeernährung.

Ist Barf in der Dose vielleicht die optimale Hundeernährung?

Barf in der Dose??? …. Die Grundlage des Barfens ist ja eigentlich die Fütterung roher Komponenten. Es heißt ja ausgesprochen Biologisch Artgerechte Rohe Fütterung. Was eine als Barf bezeichnete Dose, die stark erhitzte Komponenten enthält, mit rohem Futter zu tun haben soll, lässt sich logisch nicht erklären.

Und auch das weit verbreitet “Fertigbarf” ist nicht die beste Variante, weil es hier leicht zu einseitiger Fütterung und Fehlversorgung kommen kann, wie Untersuchungen immer wieder gezeigt haben.

Obwohl man aufgrund der kommerziellen Aufbauschung der Ernährungsform Barf glauben könnte, diese wäre sehr weit verbreitet, ist es doch nur ein geringer Teil der Hundehalter, welche ihre Hunde tatsächlich nach diesem Konzept ernähren.

So viele verschiedene Fütterungsformen …

In der Tat ist die Ernährungswelt rund um Hunde sehr vielfältig. Es gibt eine sehr große Palette an Möglichkeiten, einen Hund zu füttern:Optimale Hundeernährung hat viele Gesichter.

ABAM

Kennst du ABAM? Der Begriff ist mittlerweile vielen Hundehaltern bekannt. Es handelt sich dabei um eine Wortschöpfung von dem Tierarzt Dr. Ralph Rückert, welcher das Dilemma rund um die Hundeernährung humorvoll in seinem Artikel dazu zusammengefasst hat. ABAM steht für Abstauber Bekommen Alles Mögliche und kann aus meiner Sicht durchaus eine optimale Hundeernährung sein. Man kann das aber natürlich nicht verallgemeinernd sagen, da die Fütterungsform sehr individuell ist.

Vegan oder Vegetarisch – geht das bei einem Hund?

Der Hund ist ein Omnivor (Allesfresser) mit Spezialisierung auf Fleisch. Das bedeutet, dass Fleisch durchaus ein wichtiger Bestandteil seiner Ernährung sein kann, vor allem wegen der Versorgung mit Proteinen. Sein Verdauungstrakt ist optimal auf die Verdauung von Fleisch ausgelegt, was jedoch nicht heißt, dass es Fleisch in Massen sein muss.

Proteine sind auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten. Diese Proteine unterscheiden sich von den tierischen durch ihren Aufbau, sie sind “körperfremd”, da der Hundekörper (und auch der menschliche) logischerweise aus tierischen Proteinen besteht. Trotzdem kann eine vegane oder auch vegetarische (bessere Variante!) Ernährung auch beim Hund funktionieren, wenn man diese sehr achtsam durchführt.

Eine optimale Hundeernährung für alle ist sie deshalb natürlich nicht. Falls du wissen willst, wie Veggie Feeding beim Hund funktioniert, können dir mein Buch oder auch mein Online-Kurs weiterhelfen. Du kannst auch erst einmal mit DIESEM Artikel starten.

Die Beweislage zur optimalen Hundeernährung

Wenn wir uns auf “Beweise” berufen wollen, um zu entscheiden, welche Ernährungsform die beste oder gar einzig wahre ist, stehen wir vor einem Dilemma. Diese Beweise gibt es schlicht und ergreifend nicht.

Niemand hätte ein wahres Interesse daran (und würde dafür sein Geld zur Verfügung stellen), zu “beweisen”, dass eine alleinige Fütterung mit Fertigfutter nicht im Sinne der Hundegesundheit ist. Es gibt lediglich Studien, welche Hinweise liefern, dass die Fütterung frischer Komponenten (schon ab einem Anteil von 20 %!!) der Hundegesundheit zugutekommen.

Auch die Lebenszeit von Hunden lässt keinen eindeutigen Schluss zu. Immer mal wieder erreichen Hunde ein “biblisches Alter” und es stellt sich dann die Frage, welches Futter diese Hunde so gut unterstützt hat, dass sie ein solch hohes Alter erreichen konnten.

Einige berühmte Beispiele zeigen, dass diese Frage sehr unterschiedlich beantwortet wird.

Hunde weltweit, die besonders alt wurden:

  • Bluey, Australian Cattle Dog, geboren 1910, erreichtes Alter fast 30 Jahre, wurde hauptsächlich ernährt mit Fleisch von Känguru und Emu.
  • Chilla, Labrador/Cattle Dog-Mischling,  geboren 1952, erreichtes Alter 32 Jahre, wurde hauptsächlich von gekochten Tischresten und ab und an auch Fertigfutter ernährt.
  • Bramble, Collie, geboren 1975, erreichtes Alter 27 Jahre, wurde vegan ernährt mit Komponenten wie Reis, Linsen und Gemüse.
  • Max, Mischling, geboren 1983, erreichte ein Alter von 29 Jahren, wurde ausschließlich mit Fertigfutter ernährt und erhielt niemals andere Komponenten.
  • Pusuke, Mischling, geboren 1985, erreichte ein Alter von 26 Jahren, wurde 2x tgl. mit zusätzlichen Vitaminen versorgt, über die weitere Ernährung ist aber nichts bekannt.
  • Maggie, Australien Kelpie, geboren  1986, erreichtes Alter 30 Jahre, wurde ernährt mit frischen Komponenten, vor allem Fleisch und Gemüse, auch Fertigfutter als “Snacks”, erhielt regelmäßig die Nachgeburt von Rindern und trank täglich frische Milch (!!).

Bemerkenswert dabei ist, es gibt keine Komponente, die bei allen gleich ist. Ein Hund kann also auch als “Veggie” alt werden, oder sogar mit Fertigfutter.

Eigentlich sind Hunde ja Müllfresser …

Unsere Hunde sind domestizierte Haustiere und ihr natürlicher Lebensraum ist nicht die Wildnis. Den größten Teil der Hundepopulation weltweit bilden Straßenhunde, die sich wiederum größtenteils von menschlichem Abfall ernähren.

Einigen Forschungen zufolge hängt die Anzahl der Straßenhunde, welche in bestimmten Gebieten leben, von der Abfallmenge ab. Laut Raymond und Lorna Coppinger (führende Hundeforscher, Biologen) wäre die einzige effektive Möglichkeit, der Straßenhundepopulationen Herr zu werden, die Abfallmengen zu reduzieren.

Gibt es nun eine “optimale Hundeernährung”?

Im Grunde genommen ist es wie bei der menschlichen Ernährung: als wichtigster Faktor ist die große Vielfallt zu sehen, um dem Hund alle Nährstoffe inklusive der wichtigen Begleitstoffe zur Verfügung zu stellen, die er benötigt. DAS “Non plus Ultra Futter” gibt es also nicht.

Ein Punkt, den man häufig vernachlässigt, ist die Qualität der verfütterten Komponenten …

Hier möchte ich gerne noch einmal auf die Hunde aus dem Lebenszeitvergleich zurückkommen. Es gibt einen Punkt, der durchaus bemerkenswert ist.

Drei der Hunde, welche überdurchschnittlich alt geworden sind, lebten in Australien. Das waren Bluey, Chilla und Maggie. Alle bekamen weitgehend natürliche Nährstoffe durch eine Fütterung mit frischen Komponenten, welche höchstwahrscheinlich über eine hohe Qualität verfügten.

Alle drei waren Arbeitshunde und der Schluss liegt nahe, das sie auf Farmen gelebt haben (zumindest bei Bluey und Maggie bekannt), woraus man weiter schließen kann, dass sie wahrscheinlich mit unbelasteten Nahrungsmitteln, eventuell aus eigenem Anbau oder eigener Zucht (bekannt zumindest bei Maggie, welche auch durch die eigenen Kühe mit Milch und Nachgeburten  versorgt wurde) gefüttert wurden.

Optimale Hundeernährung ist kein Konzept!

Viel wichtiger, als ein Konzept einzuhalten, ist es, auf die Vielfalt und die Qualität zu achten. Man kann auch ruhig das ein oder andere Fertigfutter füttern. Es ist sogar nachgewiesen, dass es der Hundegesundheit zugute kommt, wenn Hunde schon im Welpenalter an vielfältige Futtervarianten gewöhnt werden.

Sinnvoll ist, wenn man auch bei Fertigfutter auf Qualität achtet. Füttert man abwechslungsreich (also verschiedene Sorten), kommt es beim “integrierten” Fertigfutter auch nicht so sehr darauf an, dass alle nötigen Nährstoffe in der richtigen Menge enthalten ist.

Das Gewicht des Hundes gibt immer Aufschluss darüber, ob die Futtermengen gut gewählt sind. Gerade wenn man eine Mischfütterung praktiziert, hat man ja auch keinen Richtwert für die Menge und muss die optimalen Portionen selber herausfinden. Das kann man aber leicht, indem man den Hund zumindest anfangs regelmäßig wiegt. So erkennt man umgehend einen Trend der Gewichtsentwicklung.

Ausserdem …

  • Ein wichtiger Faktor ist definitiv, naturbelassene Nahrungsmittel zu integrieren und ruhig auch mal rohe Komponenten zu füttern.
  • Achten sollte man auf die Versorgung mit Vitamin D, Jod und Calcium , da die Versorgung etwas tricky ist.
  • Pflanzliche Produkte aus Bioanbau sind reicher an sekundären Pflanzenstoffen und ärmer an Schadstoffen, tierische Produkte aus Weidenhaltung oder Biohaltung ebenfalls.

Natürlich spielen neben der Ernährung noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle. Auch bei den Hunden aus dem Lebenszeitvergleich haben ganz sicher noch weitere Vorgehensweisen eine wichtige Rolle gespielt …

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12 Kommentare

  1. Liebe Anke,

    ich habe es ja schon oft geschrieben – auch ich halte nichts von einer einseitigen Fütterung. Weder beim Menschen noch beim Hund!
    Wir versuchen uns alle bewusst zu ernähren … legen aber doch ab und an mal einen Stopp bei Burger ein 🙂
    Die Hunde bekommen entsprechend auch viel Frisches oder extra für Sie gekochtes – aber auch mal ganz “ungesunde” Milchdrops oder billiges Trockenfutter.
    Ich bin gegen jede Art von extremem Futter – aber ich bin mir sicher, je mehr Hunde “Trend” werden, desto häufiger erkennen geschäftstüchtige Menschen, wie man mit immer ausgefeilteren Futtersorten und Fütterungsarten Geld verdienen kann. So geht vielen Neuhundehaltern auch der normale, gesunde und einfache Umgang mit dem Hundefutter total verloren.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

    • Hallo liebe Isabella,
      ich habe auch an dich gedacht, als ich den Artikel geschrieben habe. Du warst eine der ersten, die mir berichtet hat, dass sie so kunterbunt füttert. Es ist absolut einleuchtend, alleine schon beim Blick auf den eigenen Teller 😀
      Liebe Grüße
      Anke
      P.S. ja, die geschäftstüchtigen Menschen … die wissen immer, wo es was zu holen gibt. Deshalb ist es gut und hilfreich, wenn wir mit unseren Blogs “Öffentlichkeitsarbeit” leisten 😀

  2. Liebe Anke,
    vielen Dank für diesen schönen Artikel.
    Ich denke auch, dass wir uns selbst und unsere Haustiere mit gesundem Menschenverstand und Abwechslung am Besten ernähren können.
    Meine bekommen einen bunten Mix aus Rohfütterung mit Gemüse und Obst, Getreideflocken, Essensresten und auch mal Trockenfutter. Deshalb sage ich häufig, bei mir würde es Hausmannskost geben um Diskussionen aus dem Weg zu gehen.
    Herzliche Grüße
    Stephie mit Enki und Luna

    • Hallo liebe Stephie,

      bitteschön, gerne 😀 … ja, den Begriff “Hausmannskost” verwende ich ebenfalls häufig, meist werde ich dann aber trotzdem ein wenig angeschaut, als wäre ich vom anderen Stern. Genauso, wenn ich sagen “muss”, dass ich Hundehalter in der Ernährung ihrer Fellnasen unterstütze und berate. “Echt?? … was es alles gibt … ” höre ich dann oft 😀
      Ich füttere meine Hunde ebenfalls so, Mix aus Rohfütterung (größter Anteil) plus Reste, Flocken, Dosen und auch mal trockene Leckerchen. Sie finden alles lecker 😀

      Liebe Grüße
      Anke

  3. Hallo Anke,

    Vielfalt und Qualität – genauso sehe ich das auch. Allerdings bin ich ein großer Skeptiker gegenüber einer veganen bez. vegetarischen Ernährung beim Hund. Der Hund ist – wie bei Dir im Artikel bereits beschreiben – ein Allesfresser mit Schwerpunkt Fleisch. Und so sollte auch seine Ernährung darauf ausgerichtet werden. Das bedeutet deswegen ja nicht, dass man ihm keine Abwechslung gönnen sollte. Eine meiner drei Hundemädels beispielsweise ist überhaupt nicht verfressen und sie besteht auf Abwechslung. Bekommt sie die nicht, frisst sie halt gar nicht. Wir gingen schon so weit, Babynahrung unter das Futter zu mischen. Das ging für ihre Verhältnisse lange gut. Eines Tages stand ihr wieder der Sinn nach Neuem, sie schaute den Futternapf nicht mal an. Dadurch hat sie uns “erzogen”, sich mit dem Thema “Futter” vielfältig auseinanderzusetzen.

    LG

    Martina

    • Hallo liebe Martina,

      es gibt z.B. Erkrankungen, bei denen geht es dem Hund dann tatsächlich besser, wenn er eine vorwiegend pflanzliche Kost erhält. Und natürlich zeigt das Beispiel von Bramble, dass es nicht unmöglich ist, einen Hund so zu ernähren. Ein wichtiger Faktor ist definitiv die Vielfalt und Nährstoffe aus natürlichen Komponenten. Babynahrung kommt auch hier ab und an in den Futternapf, ein Gemüsegläschen eignet sich z.B. hervorragend als Ersatz für den frischen Gemüse-Obst-Mix, wenn es mal zeitlich nicht passt oder auch im Urlaub 😉

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
      Anke

  4. Hallo Anke,

    dies ist mein erster Kommentar und ich möchte hier mal folgendes zur Diskussion stellen : Meine Mischlingshündin hat momentan durch Medikamente ( zu lange Geschichte ) eine Magenschleimhautentzündung und ein Magengeschwür. Ich habe deshalb unter anderem eine Ernährungsberatung bei meinem Tierarzt gemacht. Fazit : Ich bin an den Magenproblemen meines Hundes selber schuld, da ich von einem Hersteller und einer Sorte (getreidefrei) sechs verschiedene Sorten Fleisch gefüttert habe Rind,Huhn, Pute, etc. Ich müsse bei einer Sorte z.B. Huhn für immer bleiben. Ich war geschockt. Ich habe immer die Einstellung gehabt mit der Vielfalt und der Abwechslung würde ich meinem Hund wenigstens etwas gutes tun. Ich bin nun sehr verunsichert. Vier Jahre lang füttere ich meinen Hund schon so. Habe ich Ihn jetzt krank gemacht ?

    LG
    Tina

    PS: Ich arbeite mich gerade durch deinen Blog und bin sehr froh über so viele Informationen. Vielen Dank für so viel Arbeit.

    • Hallo liebe Tina,

      wenn der Ernährungs-beratende Tierarzt mit seiner Aussage recht hätte, müssten so ziemlich alle Menschen mit Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüren rumlaufen. Du hast nicht geschrieben, warum deine Hündin die Medikamente erhalten hat, daher kann ich nicht mehr dazu sagen (schreiben). Es ist aber allgemein bekannt, dass Menschen sich vielfältig und mit möglichst frischen Nahrungsmitteln (wenig Fertigprodukte!!) ernähren sollten und es gibt keinen logischen Grund, weshalb das bei Hunden anders sein sollte. Fleisch ist eine gute Quelle für die Proteine, bzw. die Aminosäuren. Für Hund wie auch Mensch gehören die Proteine zu den benötigten Makronährstoffen, heißt sie sind wichtig und werden in relativ großen Mengen benötigt. Die Zusammensetzung der Proteine ist aber unterschiedlich und es gibt einige essentiell benötigte Aminosäuren. Um eine adäquate Abdeckung ALLER benötigten Aminosäuren zu gewährleisten, empfiehlt es sich, VERSCHIEDENE Fleischquellen zu nutzen. Außerdem liefert das Fleisch aber natürlich noch weitere Nährstoffe und auch hier ist die Zusammensetzung bei den Fleischsorten unterschiedlich. Verschiedene Fleischsorten gefüttert heißt viele verschiedene (benötigte) Nährstoffe zuführen. Hat dieser Tierarzt dir denn ebenfalls dazu geraten, möglichst nur noch Schweinefleisch zu essen? 😉

      Die Aussage taugt nicht als generelle Aussage. Ist ein Hund erkrankt, sieht es natürlich anders aus. Dann muss man häufig das füttern, was er verträgt. Das sollte aber nicht die Therapie sein, sondern das Ziel sollte sein, den Organismus wieder so gut aufzubauen, dass er irgendwann wieder mehr verträgt. Bei Durchfallerkrankungen ist ein Problem, dass die Darmschleimhaut durchlässig wird. In der akuten Phase muss der Hund eigentlich gefastet werden, weil sonst das folgende passieren kann. Durch die durchlässige Darmschleimhaut gelangen z.B. Proteinfragmente in den Blutkreislauf. Der Organismus kann diese nun als “Angreifer” werten und es kann z.B. zu allergischen Erkrankungen kommen, wobei diese Proteine dann das Allergikum bilden. Heißt, füttert man bei einer Durchfallerkrankung z.B. Rindfleisch durch, kommt es möglicherweise später zu einer allergischen Erkrankung auf Rindfleisch.

      Ich freue mich, dass dir mein Blog gefällt und hoffe du findest hier viele hilfreiche Informationen. Alles Gute für deine Hündin!

      Liebe Grüße
      Anke

  5. Hallo Anke,
    vielen Dank für die nette und aufklärende Antwort.Jetzt bin ich beruhigter.Ich suche nach dem richtigen Weg für mich und meine Hündin und bin sehr froh über so viele wichtige Informationen auf deinem Blog.
    LG Tina und schönes Wochenende

  6. Hallo Anke,

    wie alt werden deine Hunde bei welcher Fütterung?

    Was haben Sie zu trinken bekommen?

    Liebe Grüße

    Susanne

    • Hallo liebe Susanne,
      mir ist nicht ganz klar, was du mit dieser Frage genau wissen möchtest. Ich meine, ich führe ja keine Studie durch, bei der verschiedene Hunde akribisch nach verschiedenen Fütterungsmodellen versorgt werden. Meine Hunde wurden (leider leben sie mittlerweile nicht mehr, der kleine Terrier ist letztes jahr mit 16 1/2 gverstorben) kunterbunt gefüttert. Sie bekamen Fertigfutter, Barf, Veggie, Hausmannskost, Reste, Mischungen aus allem … Ich bin genau genommen gar kein Freund davon, einer bestimmten Fütterungsform akribisch zu folgen (es sein denn natürlich, gesundheitliche Gründe machen es nötig).

      Bezüglich Trinken: Wasser natürlich, was sollten Hunde denn sonst trinken 😀

      Liebe Grüße, Anke

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