Zubereitungsarten von Heilpflanzen für Hunde

Welche Möglichkeiten der Zubereitung gibt es und wie funktionieren diese?

Die Zubereitungsarten von Heilpflanzen spielen bei der Anwendung von Heilpflanzen natürlich auch eine große Rolle. Die Anwendung von Heilpflanzen erfolgt sowohl innerlich als auch der äußerlich. Im 1. Teil der Artikelserie haben wir die Grundlagen der Phytotherapie für Hunde behandelt. in diesem Beitrag erfährst du, welche Zubereitungsarten sich gut für die Anwendung bei Hunden eignen.

Zubereitungsarten von Heilpflanzen für Hunde

Die 7 Zubereitungsarten von Heilpflanzen

Im Folgenden stelle ich dir die 7 Zubereitungsarten von Heilpflanzen vor, die du für deinen Hund anwenden kannst. Ausserdem erfährst du, wann welche Zubereitungsarten sinnvoll ist und wie man sie für den Hund dosieren kann.

Futterzusatz (frisch oder getrocknet)

Unter den Zubereitungsarten von Heilpflanzen ist die Anwendung von frischen Kräutern natürlich die erste Wahl, da die Heilwirkung hier am größten ist. Diese sind allerdings i. d. r. nur erhältlich, indem man sie selber sammelt. Dazu gehört einiges an Fachkenntnis, die sich nicht jeder aneignen möchte. Frische Kräuter können in gehackter oder pürierter Form problemlos dem Futter zugefügt werden. Bei besonders bitteren Kräutern kann man diese mit etwas Honig mischen. Salbei oder Fenchel lassen sich z. B. auch gut zu einem Kräuterhonig verarbeiten, indem man die gehackten oder getrockneten Kräuter mit dem Honig übergießt. Fenchelhonig ist ein tolles Hustenmittel, auch für Hunde. Ein solcher Kräuterhonig ist sehr lange haltbar.

Hat man die Kräuter nicht frisch zur Verfügung, kann man auf getrocknete zurückgreifen. Auch in den getrockneten Kräutern sind die Wirkstoffe noch weitestgehend erhalten und etwa ein Jahr wirksam. Als Futterzusatz werden Kräuter wie folgt dosiert:

Kräutertees

Als Tee wendet man Heilkräuter vor allem innerlich, aber auch äußerlich an, z. B. für sogenannte Umschläge. Man nimmt etwa 2 TL getrocknete oder 2 EL frische Kräuter, übergießt diese mit 1/4 L kochendem Wasser und lässt sie etwa 10 Minuten ziehen. Anschließend werden die Kräuter durch ein Sieb abgeseiht und am besten in ein verschließbares Glasgefäß abgefüllt. Diese Teezubereitung ist etwa 3 Tage haltbar, danach sind die ätherischen Öle und somit die Wirkung weitgehend verflogen. Dosierung für Hunde:

Tinkturen

Tinkturen haben den Vorteil, dass für ihre Anwendung nur wenige Tropfen täglich notwendig sind. Sie sind sehr lange haltbar und hochwirksam. Tinkturen kann man sowohl fertig kaufen, als auch selber zubereiten und sie eignen sich wegen der Haltbarkeit und der minimalen Dosierung sehr gut als Langzeittherapie. Die Herstellung erfolgt, indem man etwa 100g getrocknete oder 200g frische Kräuter in ein verschließbares Glasgefäß (ca. 750ml) gibt und dieses dann randvoll mit 60-70 % igem Alkohol füllt. Diese Mischung wird über 6 Wochen an einem dunklen Platz gelagert und 2xtgl. geschüttelt. Am einfachsten werden Tinkturen mit einer Tropfflasche dosiert. Ihre Anwendung sollte am besten mit fachlicher Unterstützung von einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker erfolgen. Dosierung:

Salben

Salben können ebenfalls sehr leicht selber hergestellt werden und eignen sich z.B. zur Wundbehandlung. Kühl gelagert sind Salben sehr lange haltbar. Für die eigene Herstellung gibt man etwa 200g Vaseline und 2 EL gewaschene Heilkräuter in einen Kochtopf. Diese Mischung kocht man unter rühren auf und köchelt sie einige Minuten lang. Nach dem abkühlen und abseihen in ein verschließbares Glas abfüllen und am besten im Kühlschrank aufbewahren.

Kräuteröle

Diese eignen sich besonders zur äußerlichen Anwendung, wie z. B. als Einreibung bei Verletzungen (u. a. Verstauchung) oder zur Massage. Auch Kräuteröle können leicht selber hergestellt werden. Man nimmt etwa 3 Tassen frische, gewaschene Kräuter und gibt diese in ein dunkles, verschließbares Glasgefäß (1 L). Nun füllt man diese mit Sonnenblumen- oder Olivenöl auf und lagert die Mischung etwa 4 Wochen an einem sonnigen Ort (1 x tägl. Schütteln). Zum Schluss absieben und an einem dunklen Ort aufbewahren. Dieses Öl ist etwa 1 Jahr haltbar.

Zubereitungsarten von Heilpflanzen als Kräuteröl

Kräutersäckchen

Solche Kräutersäckchen entfalten ihre Wirkung sowohl als Auflage als auch z. B. im oder unter dem Hundekörbchen. Man kann hierfür entweder einen kleinen Leinenbeutel (selber nähen oder fertig kaufen) nutzen, oder einfach auch ein Nickituch oder Taschentuch verwenden. Für eine Auflage nimmt man 1-2 Handvoll frische oder getrocknete Kräuter und füllt diese in den Leinenbeutel. Dieser wird nun etwa 15 Minuten in einen Topf mit Wasser gehängt und gekocht.

Nun wird das Säckchen auf eine vom Hund akzeptierte Temperatur abgekühlt und dann eine Weile (optimal wären 30 Minuten) auf die entsprechende Körperstelle gelegt. Auflagen können z. B. bei Bauchweh, Rheuma, oder auch Muskelschmerzen hilfreich sein. Als Insektenschutz, oder beispielsweise auch um beruhigende Wirkung entfalten zu können, werden einfach die entsprechenden getrockneten Kräuter in ein Leinensäckchen gefüllt und im oder unter dem Hundekörbchen deponiert.

Aromatherapie

Vor allem in der Verhaltenstherapie, aber z. B. auch bei Erkrankungen der Atemwege findet auch bei Hunden die Aromatherapie immer mehr Anwendung. Die in der Aromatherapie angewendeten ätherischen Öle können z.B. bei Energieblockaden einwirken und Verkrampfungen auflösen. Achte unbedingt darauf, die empfindliche Hundenase nicht zu stören. Es eignen sich sowohl Duftlampen, als auch Zerstäuber (diese z. B. zur Parasitenabwehr). Zur Verhaltenstherapie sprüht man beispielsweise ein Nickituch mit einem beruhigenden Duftspray ein und bindet es dem Hund um den Hals.

Allgemeines zur Anwendung der Zubereitungsarten von Heilpflanzen

Die Dauer der Anwendung richtet sich immer nach den jeweiligen Beschwerden und nach den verwendeten Heilpflanzen. Zu therapeutischen Zwecken wendet man ein Heilkraut mindestens zwei Wochen an, höchstens jedoch 6 Wochen. Auch die Verträglichkeit kann individuell abweichen. Dabei entscheidet man individuell, welche Heilpflanze die richtige für den Hund ist. Mag der Hund die Kräuter nicht fressen, kann man probieren, diese in besonders schmackhaften Futtermitteln (Leberwurst) zu verstecken. Auch die Mengen, die hilfreich sind, können je nach Hund variieren.

Alle Beiträge zur Pflanzenheilkunde

1. Teil – Phytotherapie für Hunde – die Grundlagen
2. Teil – Möglichkeiten der Zubereitung
3. Teil – Heilpflanzen für Hunde – 15 wichtige Kräuter
4. Teil – Anwendungsgebiete von Heilpflanzen bei Hunden

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Über Anke Jobi 146 Artikel
Anke Jobi, 1967 geboren, wohnt im oberbergischen Land in der Nähe von Köln. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Buchautorin (Clean Feeding) und schreibt als freie Autorin für diverse Printmagazine.

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